Jeden Freitag neue Buchtipps

Es gibt nicht viel Regelmässigkeit in meinem Leben. Eigentlich gar keine. Aber eins ist sicher: Jeden Freitag schreibe ich eine Mail an meine Kontakte, in denen ich ihnen for free mindestens einen guten Buchtipp gebe zusammen mit der Info, wieso dieses Buch oder die Bücher für mich so wertvoll sind. Eintragen lohnt sich.


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Das Castingshow Phänomen – Dunning-Kruger-Effekt

„Je weniger Kompetenz jemand besitzt, desto eher neigt er dazu seine Fähigkeiten zu überschätzen und die Anforderungen zu unterschätzen. Je mehr Kompetenz jemand hat, desto neigt er dazu die Anforderungen zu überschätzen und seine eigenen Fähigkeiten zu unterschätzen“

In etwa so lautet die Definition des Dunning-Kruger Effektes. Er beschreibt die kongitive Verzerrung, die wir dabei erleben unsere eigene Kompetenz zu beurteilen.

Sehr gut kann man das in Castingshows beobachten. Diejenigen, die am Schlechtesten Singen, treten mit dem größten Selbstbewusstsein auf. Und dann kommen auf einmal Leute, die ihr ganzes Leben in einem Handyshop gearbeitet haben und sich kaum trauen zu erzählen, was sie singen wollen und dann rocken sie das Royal Opera House.

Das kann mehrere Gründe haben

Zum einen Wissen Menschen, wenn sie wirklich inkompetent sind, meistens gar nicht, dass sie schlecht sind. Sie wissen so wenig über das Thema, dass ihnen nicht mal auffällt, was sie alles nicht wissen. Sie haben ihre Sinne auch noch nicht genug „geschärft“ um sich mit anderen zu vergleichen und zu erkennen, wer wirklich besser ist.

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“ 

– Sokrates

Kompetenzstufen

Man spricht typischerweise von verschiedenen Kompetenzstufen, die jeder Mensch durchläuft, wenn er eine neue Fähigkeit erlernt:

  • unbewusste Inkompetenz
  • bewusste Inkompetenz
  • bewusste Kompetenz
  • unbewusste Kompetenz

Jemand, der wirklich viel Ahnung hat, der hat gelernt seinen Fokus auf das zu setzen, was ihn weiterbringt. Er ruht sich nicht auf dem Erfolg aus, sondern konzentriert sich auf das, was er noch nicht weiß, wo er seine Sticking Points hat und was er noch verbessern kann.

Inzwischen glaube ich, dass diese EINSTELLUNG überhaupt erst der Grund ist, wieso diese Person es zur Kompetenz gebracht hat.

Es geht um das Mindset

Lies den Artikel “Fake it till you make it” um noch mehr zu erfahren.

John Harrison und das Längengradproblem

John Harrison ist ein spannendes Beispiel aus der Geschichte der Menschheit. Im Jahre 1714 lobte Englands Parlament 20.000 Pfund (nach heutigem Verständnis mehrere Millionen Euro) aus für denjenigen, der es schaffen würde das Längengradproblem zu lösen. Also für eine sichere Orientierung auf See zu sorgen. Zum damaligen Zeitpunkt bestimmte man auf See seine Position, indem man einen Gegenstand ins Wasser warf, eine bestimmte Zeit maß, dann die Entfernung abschätzte und das hochrechnete um auszurechnen, wie weit man vom Heimathafen entfernt war und wie weit man es noch bis zum Zielhafen hatte. Eine Methode, die so ungenau war, dass sie endlos viele Seemänner das Leben kostete. Regelmässig waren Schiffe vom Kurs abgekommen, viel zu weit unterwegs oder crashten in Inseln, die sie noch gar nicht erreichen wollten. Einige intelligente Menschen kamen auf die Idee die Längengrade anhand der Uhrzeit zu berechnen. Man benötigte dafür nur zwei Uhren. Eine, die auf die Uhrzeit im Heimathafen eingestellt war, eine andere auf die Uhrzeit im Zielhafen und dann berechnete man anhand der Sonne die Uhrzeit, die man gerade auf dem Schiff hatte und durch die Diskrepanz zwischen den Uhrzeiten der Schiffsuhrzeit zum Heimathafen und zum Zielhafen, konnte man die Entfernung berechnen.

Leider war es noch niemandem gelungen eine Uhr zu entwickeln, die auch auf See wirklich genau ging. Ein Problem waren die Erschütterungen, ein anderes die Temperaturunterschiede, die das Material dazu brachten sich auszudehnen und zusammenzuziehen. So ging die Uhr mal schneller und mal langsamer.

Harrison war sein größter Kritiker

Harrison stellte dem Komitee im Jahre seine Erfindung vor. Seine erste Uhr, die so genau ging, dass das Komitee sie direkt auf die Testfahrt schicken wollte. Doch Harrison war selbst sein größter Kritiker. Alle bejubelten seine Uhr, nur er nicht. Er sah nur die Fehler und den Verbesserungsbedarf. So bat er das Komitee um 500 Pfund für neues Material und machte sich sofort an eine verbesserte Version. Nach Jahren trat er wieder vor das Komitee. Doch obwohl sich die Uhr deutlich verbessert hatte, so änderte sich nichts an seiner Einstellung. Er stellte seine Forderung noch einmal, arbeitete an der nächsten und wieder an der nächsten. Über 20 Jahre, bis er irgendwann ein Ergebnis erzielte, das wirklich alles in den Schatten stellte, nur nicht auf die gleiche Begeisterung traf. Auf einmal wurde Kritik laut, dass es viel zu einfach sei, mit dieser Uhr zu arbeiten. Man unterstellte ihm Magie und Hexenwerk. Einige Jahrhunderte vorher wäre er sicher auf dem Scheiterhaufen gelandet.

Menschen wissen es nicht zu schätzen...

Wieso wissen Menschen etwas nicht zu schätzen, wenn sie dafür nicht arbeiten?

Was glaubst du? Unter welchen Umständen wissen Menschen etwas zu schätzen und wann nicht?

Sam
 

Ich bin Sam. Bei mir dreht sich alles darum, wie ich Schwachstellen und Lücken finden kann, um mein Leben extravaganter zu gestalten. Ich lebe die meiste Zeit in Hotels oder auf einer Mittelmeerinsel. Ich mag Anzüge, Bücher und gutes Essen. Außerdem habe ich mal viel Geld mit eBooks verdient, bis Amazon es mir verboten hat!

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Das Gesetz der Anziehung (The Secret) mehr als Esoterik-Hokus-Pokus? - 14. Oktober 2016

[…] Ein bisschen so, wie der Dunning Kruger Effekt: Ich erreiche wirklich hohe Kompetenzstufen erst dadurch, dass ich mich auf das Konzentriere, was ich noch nicht kann und was ich noch nicht weiß. Hier kannst du diesen Effekt nachlesen! […]

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Attraktiv wirken auf Instagram - Anleitung - Sam Feuerstein - 11. Februar 2018

[…] Münze zu werfen. Wenn er ja sagt, dann wird es vielleicht stimmen, vielleicht auch nicht. Laut des Dunning-Kruger-Effekts wird die Wahrscheinlichkeit, dass jemand “ja” sagt, der diesen Anforderungen überhaupt […]

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