Jeden Freitag neue Buchtipps

Es gibt nicht viel Regelmässigkeit in meinem Leben. Eigentlich gar keine. Aber eins ist sicher: Jeden Freitag schreibe ich eine Mail an meine Kontakte, in denen ich ihnen for free mindestens einen guten Buchtipp gebe zusammen mit der Info, wieso dieses Buch oder die Bücher für mich so wertvoll sind. Eintragen lohnt sich.


Schreib mir bitte

Das kannst du tun, wenn du dir Gelesenes nicht merken kannst

Ich hab ja schon oft geschrieben, dass ich die Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens habe. Mir fällt es total schwer, mich auf eine Sache zu konzentrieren und Ablenkungen auszublenden. Das Einzige, was mir noch schwerer fällt ist Multi-Tasking. Entsprechend hatte ich früher immer wieder damit zu kämpfen, dass ich einen Text fünf oder sechs Mal lesen musste und immer noch nicht sagen konnte, was drin steht.

Mein Leseverständnis war also unter bestimmten Umständen sehr schlecht. Ich war aber eigentlich immer gut darin, mich in sehr kleinen Details an Geschichten zu erinnern, die mir Menschen erzählt haben.

Also habe ich zwei Sachen gemacht:

  1. Überlegt, was ich tun kann, um mich beim Lesen selbst mehr darauf zu konzentrieren, was ich lese
  2. Das, was ich sonst mache (um mir erzählte Geschichten zu merken), auf gelesene Texte anwenden

Konzentration steigern

Auf diesem Blog hab ich an vielen Stellen schon darüber geschrieben, wie ich meine Konzentration verbessert habe. Nachlesen kannst du das hier:

Grob zusammengefasst kann man aber sagen, dass ich bestimmte Ablenkungen einfach minimiere. Ich überlege, was das ist, was mich am meisten „raus reißt“ wenn ich einer Tätigkeit zum Beispiel Lesen nachgehe. Diese Ablenkungen schalte ich dann systematisch aus.

Eine solche Ablenkungsquelle kann das Handy sein. Hier hilft dir der Flugmodus oder eine App wie Forest oder Freedom. Mein Problem ist aber auch, dass ich extrem empfindlich auf Geräusche reagiere. Ich kann nicht mal lesen, wenn das Fenster auf ist. Das ist kein Scherz. Wenn ich draußen die Vögel höre oder ein Auto vorbeifährt, dann reisst mich das komplett raus. Mich darf auch niemand ansprechen. Antworte ich gerade auf Facebook auf einen Kommentar und meine Freundin mich etwas fragt, merke ich wirklich wie mein Puls und mein Blutdruck hochgehen, weil ich damit komplett überfordert bin.

Falls du das jetzt liest, ist die Chance, dass du nicht so „empfindlich“ bist wie ich sehr hoch: freu dich drüber! Wenn du jetzt noch meine Tipps anwendest, wirst du wahrscheinlich sogar viel mehr rausholen können als ich.

Falls du genau so empfindlich bist wie ich: Ich habe es auch geschafft. Das was ich dir mitgebe, wird dich mit Sicherheit auch weiterbringen!

Rituale

Was mir sehr dabei geholfen hat in einen guten „State“ zu kommen beim Lesen und Lernen sind Rituale. Wir sind ja alle konditionierbar. Das heißt wir lernen unterbewusst aus Abfolgen, die normalerweise zusammen auftreten. Du glaubst nicht, wie berechenbar du bist? Okay, ich werde es dir beweisen:

Wenn du – wie ich – noch mit CDs groß geworden bist, dann kennst du das Phänomen. Auf einer CD sind 12 Tracks. Es gibt welche, die hört man lieber, andere hört man weniger gern. Kennst du das, dass du z.B. Track 4 hörst und du weißt, danach kommt ein Song, den du nicht magst? Und du schaltest dann immer weiter, aber die ersten Sekunden hörst du doch noch?

Du weißt, dass zwischen den Tracks immer ca. 3 Sekunden Pause waren. Also ein Song endet, 3 Sekunden Pause, der ungeliebte Song beginnt man braucht aber noch 3-4 Sekunden um den CD Player zu erreichen (Fernbedienungen hatten wir damals ja nicht 😀 ). Du weißt was ich meine? So, jetzt kommt das Spannende: Hast du schon mal erlebt, dass dein Favorite Song ausläuft und in der 3 sekündigen Pause, bevor das andere Lied kommt, läuft es schon in deinem Kopf? Dein Kopf spielt den Song einfach schon ab, weil dein Gehirn WEISS, dass dieses Lied jetzt folgt? Das ist Konditionierung!

Konditionierung für dich nutzen

Das kannst du für dich nutzen. Du musst dir nur „angewöhnen“, dass du in bestimmten Situationen bestimmte Dinge machst. Zum Beispiel immer lesen, wenn du in der Bahn sitzt oder immer mitschreiben, wenn du liest. Dadurch werden die Tätigkeiten nicht nur leichter. Sondern du beginnst auch dich viel mehr in so einen Tunnel zu begeben, wenn du dieser Aufgabe nachgehst. Du blendest dann verstärkt das aus, was um dich herum ist.

Gadgets für Unterwegs und Zuhause

Bose QuitComfort

Meine Bose Kopfhörer für unterwegs

Es gibt ein paar Tools, die ich nutze, um mich besser zu konzentrieren. Vor allem, wenn ich unterwegs bin. Eins davon ist Oropax. Also diese kleinen Schaumstoffohrstöpsel. Die gibt es in fast jeder Drogerie oder Apotheke, du kannst sie aber auch über diesen Empfehlungslink bei Amazon kaufen.

Wenn du sie häufig nutzt, kann es sich für dich vielleicht sogar lohnen dir Gehörschutz anpassen zu lassen, der perfekt zu deinen Ohren passt. Preislich liegt das so bei 200-300 Euro. Wenn du viel unterwegs bist oder oft lauten Geräuschen ausgesetzt bist, solltest du aber mal drüber nachdenken.

Ein anderes sinnvolles Gadget, wenn man viel unterwegs ist sind Kopfhörer mit Lärmunterdrückung. Ich habe die QuietComfort von Bose. Die filtern tiefe Töne elektronisch. Das ist z.B. bei Flugzeuglärm oder Zuggeräuschen sinnvoll. Leider werden keine hohen Töne rausgefiltert, das schreiende Baby auf dem Platz neben euch hört ihr also immer noch. Die Kopfhörer eignen sich besonders für Leute, die sich nicht von Musik ablenken lassen. In meinem Fall nutze ich sie tatsächlich nur zum Musikhören oder Hörbücher/Podcasts hören. Da ich nicht gleichzeitig hören und lesen oder lernen kann. Wenn du das kannst, sind sie vielleicht eine gute Investition. Du kannst auch mal hier über meinen Empfehlungslink bei Amazon schauen. 

Du kannst diese Gadgets auch nutzen, um dich zu konditionieren. Wenn du die Ohrstöpsel immer nur reinmachst, wenn du lesen und lernen willst, wird dein Gehirn sie irgendwann mit dieser Tätigkeit verbinden. Du bist dann automatisch konzentrierter und fokussierter. Das braucht etwas Übung, aber es lohnt sich.

Noch ein kleiner Tipp für die Vielreisenden unter uns

Meine Kopfhörer sind mit Kabel (auch wenn man es auf dem Bild nicht sieht). Es gibt inzwischen auch Wireless Kopfhörer. Allerdings empfehle ich sie euch nur eingeschränkt. Denn im Flugzeug dürft ihr keine Bluetooth Kopfhörer benutzen!

Fassen wir noch mal zusammen

  • Ablenkungen (Handy, Fernseher, Facebook) so gut es geht ausschalten
  • Für eine ruhige Umgebung sorgen (Oropax oder Kopfhörer)
  • Andere Personen bitten, nicht zu stören
  • Rituale schaffen und sich selbst konditioneren

Alles ist Training

Ich will dir noch ein Mindset mitgeben: Alles ist Training! Ich versuche in meinem Leben so viel es geht aus den Augen eines Sportlers zu betrachten. Das heißt ich sehe Herausforderungen, wie laute Geräusche als Trainingseinheiten. Ich wiederhole bestimmte Aufgaben immer und immer wieder. Ich erinnere mich dann an meine Französischlehrerin in der 7. Klasse. Sie hat uns eine Aufgabe aus dem Buch gegeben und sofort hat sich jemand gemeldet und gesagt: „Die haben wir schon mal gemacht“. Meine Lehrerin hat daraufhin gesagt: „Wenn dein Sporttrainer zu dir sagt, du sollst ne Kniebeuge machen – sagst du dann auch: Brauch ich nicht, ich hab schon mal eine gemacht?“

Die Schule hat mir echt nicht viel mitgegeben, aber ich glaube das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus sage und schreibe 15 Jahren Schule (ja, ich bin öfter sitzen geblieben) mitnehmen durfte.

Also merk dir: Kognitive Übungen beim Lesen und Lernen sind so etwas wie Kniebeugen! Du wirst immer stärker, je öfter du sie machst.

1.Hack: Trainiere dich darauf, dir das Gelesene zu merken

Mach es dir zum Ziel jeden Tag mindestens 15 Minuten konzentriert zu lesen! 15 Minuten nicht zum Vergnügen, sondern als Training. Jeden Tag bereitest du deinen Geist so auf die Herausforderungen vor, die du täglich hast.

Jedes Mal nach diesen 15 Minuten nimmst du dir ein Notizbuch oder einen Zettel und Stift und schreibst einen fünf Minuten Report über das, was du gelesen hast.

Du sollst nicht während des Lesens mitschreiben, sondern danach zusammenfassen. Am ersten Tag werden dir vielleicht nur ein paar Sätze einfallen, aber zieh die 5 Minuten durch. Der darauf folgende Tag wird schon leichter. Jetzt fallen dir vielleicht fünf oder sechs Sätze ein. Mit jedem Tag, an dem du das machst, wirst du besser. Weil dein Gehirn darauf konditioniert wird, dass es das danach machen soll! Das heißt es bereitet sich schon beim Lesen auf diese Aufgabe vor.

Was mache ich sonst anders?

Etwas, was mich immer deutlich weitergebracht hat, ist zu überlegen wie sich erfolgreiche von nicht erfolgreichen Tätigkeiten unterscheiden. In diesem Fall meine ich damit: Was mache ich in Situationen anders, in denen ich mir Informationen gut merken kann?

Mir ist aufgefallen, dass es damit zu tun hat, dass ich mir Geschehnisse gerne bildlich vorstelle. Wenn mir jemand eine Geschichte erzählt, setze ich sie in meinem Kopf automatisch zu einem Film zusammen.

Dadurch, dass ich es mir bildlich vorstelle, bleibt direkt mehr hängen.

Wie funktioniert das Gedächtnis?

Es würde jetzt den Rahmen sprengen hier alles aufzuzählen, was in der Wissenschaft über die Gedächtnisleistung bekannt ist und ich wäre dafür auch nicht kompetent genug. Aber ich weiß ein bisschen was, was euch weiterhelfen kann. Es ist nämlich so, dass es für uns Menschen sehr schwer ist isolierte Informationen zu behalten. Damit meine ich Informationen, die wir mit nichts in Verbindung bringen können. Sobald wir aber schon etwas wissen, was einer neuen Information ähnlich ist, behalten wir sie besser.

Niederländisch ist für deutsche Muttersprachler leichter zu lernen, als Französisch. Weil Niederländische Wörter an viele deutsche Wörter erinnern. Wir haben also schon Informationen im Gedächtnis, an die wir anknüpfen können. Wer ein bisschen Niederländisch gelernt hat, der versteht bald auch Vokabeln wie uizgezonderd (ausgenommen). Weil er sie herleiten kann. Man hat dann irgendwann verstanden, dass „uit“ immer mit dem deutschen „aus“ gleichgesetzt wird. Dadurch entstehen ganz viele neue Möglichkeiten Vokabeln herzuleiten.

Es gibt zwar auch im Niederländischen einige „False Friends“ also falsche Freunde. Damit sind Wörter wie „enkel“ gemeint. Denn „de enkel“ bedeutet ist nicht das Enkelkind (wie man vermuten würde) sondern der Knöchel. Aber auch das können wir uns mit ein bisschen sprachlicher Kenntnis gut merken, wenn wir schone Englisch können und wissen, dass Knöchel auf Englisch ankle heißt. Du siehst: Je mehr du schon weißt, desto leichter können neue Informationen andocken. Das ist nicht nur bei Sprachen so, sondern auch bei vielen anderen Informationen.

Daraus folgt, dass wir uns abstrakte Informationen leichter merken können, wenn sie sich:

  • auf etwas reimen
  • wir ein sprachliches Bild dazu finden
  • wir damit eine Situation verbinden können

usw.

Also ganz klassische Eselsbrücken. Das sind einfach Informationen in unserem Gedächtnis, an die neue Informationen andocken können.

Fassen wir noch mal zusammen

  • Neue Informationen können wir uns leichter merken, wenn wir schon ähnliche Informationen kennen
  • Dieses neue Wissen merken wir uns besser, wenn es sich auf bekanntes Wissen reimt
  • Oder wenn wir es uns bildlich vorstellen können
  • Unser Gedächtnis können wir darauf trainieren, dass es sich Sachen gut merkt, indem wir uns anschließend selbst abfragen

 

Sam
 

Ich bin Sam, 27, Reisender und zur Zeit „obdachlos auf ganz hohem Niveau“. Ich habe mal sehr viel Geld mit eBooks verdient, bis Amazon es mir verboten hat.