Jeden Freitag neue Buchtipps

Es gibt nicht viel Regelmässigkeit in meinem Leben. Eigentlich gar keine. Aber eins ist sicher: Jeden Freitag schreibe ich eine Mail an meine Kontakte, in denen ich ihnen for free mindestens einen guten Buchtipp gebe zusammen mit der Info, wieso dieses Buch oder die Bücher für mich so wertvoll sind. Eintragen lohnt sich.


Schreib mir bitte

Im Gedächtnis bleiben – Verarbeitungstiefe

Ich mag Sprachen. Als ich Niederländisch gelernt habe, gab es dieses Wort. „alsublieft“ (Bitte, wenn man zu jemandem Sie sagt) beziehungsweise „alsublieft“ (Bitte, wenn man zu jemandem du sagt. Eigentlich => Wenn du/sie beliebst/belieben). Ich habe damals gedacht, ich werde das niemals können. Ein Teil in mir hatte sich eben damit abgefunden, dass ich ein sehr unhöflicher Mensch sein würde, wenn ich Niederländisch sprechen würde. Zumindest ging mir dankjewel bzw. dankuwel (Danke in Du bzw. Sie-Form) leichter über die Lippen und ins Gedächtnis. Ganz ähnlich ging es mir später mit Französisch. Eine Sprache, deren Wörter ungelogen teilweise aus 75% Vokalen bestehen. Da gibt es zum Beispiel le couteau – das Messer. Zwei Konsonanten und sage und schreibe sieben Vokale mehr als drei Mal so viele Vokale wie Konsonanten. Wer soll sich das merken?

Auch bei italienischen Wörtern wie il secchiello (kleiner Eimer) erschien es mir unmöglich, mir das irgendwann merken zu können. Aber das lustige ist… inzwischen kann ich diese Wörter besser. Wenn man mich nach italiensichen Wörtern fragt, dann fallen mir Wörter wie il tergicristallo (Scheibenwischer) schneller ein als la via (der Weg).

Das ist kein Zufall

Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass Informationen länger in unserem Gedächtnis bleiben, je schwerer es für uns war, sie uns anzueignen. Das Ding ist einfach, dass unser Gedächtnis uns nicht abnehmen will, dass eine Information wichtig ist, wenn wir uns nicht wirklich mit ihr auseinandergesetzt haben.

Hyde und Jenkins (1973)

Wissenschaftlich untersucht wurde das im Jahre 1973 von Hyde und Jenkins. Die stellten eine Gruppe von Menschen vor eine willkürlich ausgewählten Sätzen. Mit den Wörtern sollten verschiedene Aufgaben bewältigt werden. Zum Beispiel sollte man die Hauptwörter einkreisen oder zu den Wörtern Reimwörter finden oder die Buchstaben darin zählen. Anschließend wurde abgefragt, an wie viele Sätze sie sich erinnerten. Das Spannende? Am Ende erinnerten sich diejenigen am Besten, die sich möglichst anstrengend damit auseinandersetzen musste. Man nennt das Verabreitungstiefe.

Je tiefer die erreichte Verarbeitungstiefe, desto länger und besser bleibt eine Information im Gedächtnis. Informationen, die wir nur oberflächlich aufnehmen „können ja nicht so wichtig sein“ – wenden wir aber Zeit und Energie auf, um uns etwas zu merken, dann denkt unser Gehirn automatisch:

„oh, ich habe so viel Energie aufbringen müssen für diese Information. Die werde ich behalten, damit ich das nicht so schnell noch mal machen muss…“

Willst du Menschen im Gedächtnis bleiben?

Sorge dafür, dass sie sich möglichst tief mit dir auseinandersetzen.

Sie sollten über dein Verhalten nachdenken und deine Beweggründe erkunden wollen.

Eine gute Möglichkeit um das zu nutzen ist der Zeigarnik-Effekt, den ich hier beschreibe.

Sam
 

Ich bin Sam. Bei mir dreht sich alles darum, wie ich Schwachstellen und Lücken finden kann, um mein Leben extravaganter zu gestalten. Ich lebe die meiste Zeit in Hotels oder auf einer Mittelmeerinsel. Ich mag Anzüge, Bücher und gutes Essen. Außerdem habe ich mal viel Geld mit eBooks verdient, bis Amazon es mir verboten hat!

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