Jeden Freitag neue Buchtipps

Es gibt nicht viel Regelmässigkeit in meinem Leben. Eigentlich gar keine. Aber eins ist sicher: Jeden Freitag schreibe ich eine Mail an meine Kontakte, in denen ich ihnen for free mindestens einen guten Buchtipp gebe zusammen mit der Info, wieso dieses Buch oder die Bücher für mich so wertvoll sind. Eintragen lohnt sich.


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Jahresrückblick 2016 und mein neues Buch

Hamburg. November 2016.

Während ich diesen Text schreibe, sitze ich bei Burger Lounge. My Dear old friend, wie lang ist es her? Im Sommer 2015 hatte ich eine Zeit lang in einem Apartment auf der Reeperbahn gewohnt, nicht weit von hier. Ende Juli 2015 bin ich ausgezogen. Mein Weg führte mich über Frankreich für fast zwei Monate nach Spanien, nach Barcelona, Mallorca und wieder Barcelona. Wieder nach Österreich und wieder nach Hamburg.

Diesmal in die Speicherstadt. Ich muss ehrlich sagen, ich mag Hamburg nicht. Aber ich habe mich für die Wohnung entschieden. Für 100 Quadratmeter in einem historischen Kontorhaus direkt am Fleet. In einen der Dachbalken im Wohnzimmer ist sogar noch das Datum des Richtfestes eingeritzt. Der 22.05.1645.

IMG_9077Jetzt ist die Wohnung leer und erst vor ein paar Stunden befand ich mich wieder auf dem Weg nach Hamburg, um die letzten Sachen zu regeln, bevor ich der Stadt erstmal den Rücken zukehren werde. Doch ich war nicht allein, als ich diesen Weg angetreten bin. Ich hatte ein Buch dabei. Über Sagen aus der Freien und Hansestadt Hamburg und an irgendeiner Stelle unter der nichtssagenden Überschrift á la »In Hamburg erzählte man sich einst…«, ereilte mich ein seltsames Gefühl von Verbundenheit.

Es ging um die Schiffe der Kaufleute, die in den Fleeten zum Stehen kamen, damit man die Ware mittels Flaschenzug in die Kontorhäuser befördern konnte. Ich las den Namen der ältesten Straße Hamburgs und musste schlucken. Kurz darauf traf es mich, wie ein schwerer Schlag in die Magengrube. Der große Brand. Selbst jetzt, wenn ich diese Zeilen schreibe, spüre ich, wie sich Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitet. Der große Brand von Hamburg, brach in dem Haus neben mir aus.

So etwas trifft mich dann doch. Trotz des schlechten Wetters in Hamburg, der Reserviertheit seiner Bewohner, irgendwie fühle ich mich in Momenten wie diesen auf eine seltsame Art dazugehörig. Allein die Vorstellung, dass ich heute in einem so geschichtsträchtigen Haus wohne, macht mich nachdenklich.

Hamburg Speicherstadt

Hamburg Speicherstadt

Hamburg Speicherstadt Fleet

Hamburg Speicherstadt Fleet

Hamburg Elbphilharmonie

Hamburg Elbphilharmonie

An diesem Tag bin ich wahrscheinlich das letzte Mal in Hamburg. Die Wohnung ist gekündigt und leergeräumt, aber bevor ich die Stadt verlasse, wollte ich noch einmal zu dem kleinen Burgerladen, in dem ich im Sommer 2015 fast jeden Tag war. Auch der Weg hierhin war komisch und irgendwie gespenstig. Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn du nach langer Zeit wieder an einem Ort bist, an dem du früher oft warst. Es ist wie in einem Traum, so surreal. Man erkennt jeden Stein wieder, aber es ist auch anders. So als würde ein Filter darüber liegen und jedes Haus, an dem man vorbeiläuft, jede Ampel, an der man stehen bleibt, lösen Gefühle aus und rufen Erinnerungen wach, an Situationen, die man hier mal erlebt hat.

In meinem Apartment auf der Reeperbahn hatte ich kein Internet. Ich hatte mir ein Büro in der Schanze angemietet, doch oft war ich einfach zu faul, um extra dorthin zu laufen. Also bin ich – wenn ich nur kurz etwas hochladen oder austauschen musste – zu Burgerlounge gepilgert. Habe immer das gleiche Essen bestellt, immer genau gleichviel Trinkgeld gegeben. Es war ein Ritual, mit immer der gleichen 50s Playlist im Hintergrund.

Und jetzt bin ich wieder hier. Die Bedienung erkennt mich nach 1,5 Jahren nicht mehr. Aber ich erkenne sie wieder und ich denke darüber nach. Darüber, wie ich vor fast einem Jahr wieder entschieden habe, Hamburg noch eine Chance zu geben. Was ich mir für 2016 vorgenommen hatte und was daraus geworden ist.

Ende 2015 hatte ich eine Entscheidung getroffen

Ich hatte mich bei dem Gedanken »Irgendwann, wenn ich mal Zeit habe, werde ich viel mehr lesen…«, ertappt. Sofort stieg das Gefühl von Wut auf mich selbst in mir hoch. »Was heißt hier… wenn ich mal Zeit habe? Irgendwann?«, dachte ich mir und begann mir einzugestehen, dass ich wahrscheinlich der Mensch bin, der am meisten freie Zeit zur Verfügung hat, von allen, die ich kenne. Und dennoch habe auch ich – wie alle Menschen – ständig das Gefühl keine Zeit zu haben.

Ich habe trotzdem eine radikale Entscheidung getroffen und Ende 2015 10.000 Euro investiert. 7.000 Euro in eine Bahncard 100 für die erste Klasse und 3.000 Euro in Bücher. Ich habe beschlossen von nun an nicht mehr mit einem Laptop zu verreisen, sondern immer ein Buch dabei zu haben und im Zug zu lesen.

Bahncard 1 Klasse 100

Bahncard 100 First

…das ist nur eine Auswahl:

Ich kann euch gleich sagen: es hat nicht immer geklappt. Aber es hat öfter geklappt, als viele mir zugetraut haben. Dennoch habe ich sehr lange gebraucht, um meine Vorsätze wirklich gut umzusetzen.

Ich war in Florenz, Wien, Venedig, Prag, Kopenhagen, Gran Canaria und vor allem habe ich innerhalb Deutschlands 2016 100.000 Kilometer mit dem ICE zurückgelegt.

Florenz - Machiavelli Zitat

An einem Tag bin ich einfach morgens aufgestanden, habe aus dem Fenster geguckt, das Wetter für zu schlecht befunden und bin spontan nach Florenz gefahren. Manchmal bin ich zum Mittagessen nach Berlin, ein anderes Mal zum Frühstück nach Frankfurt oder zum Sushi nach München.

florenz

Niccolo Machiavelli Zitat

venedig

Instagram: SamFeuerstein

Das mit dem Lesen hat mal mehr und mal weniger gut geklappt. Nachdem ich die Störungsquelle Macbook aussortiert hatte, habe ich angefangen, viel mehr Zeit auf mein Handy zu starren. Facebook und Whatsapp und andere schlechte Multitasking-Angewohnheiten haben meinen Lesefluss gehemmt. Doch seit ein paar Monaten habe ich auch hier unheimliche Fortschritte gemacht.

Seneca ZitatIn diesem Artikel findet ihr hier Informationen darüber, wie ich meine Konzentration enorm verbessert habe und wie ich es geschafft habe, viel mehr zu lesen. Allerdings habe ich in den letzten Wochen so viele Erfahrungen darin gemacht, wie ich es schaffe mehr zu lesen und mehr zu behalten, dass ich mich Ende diesen Jahres entschieden habe ein neues Buch zu schreiben.

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Es ist ein kurzer Ratgeber zum Thema schneller lesen geworden, der am 15.12. auch als Printbuch bei Amazon erscheint.

In der Adventszeit kommt es einem manchmal so vor, als würde auf jedem Blog ein Gewinnspiel stattfinden und daher möchte ich mich anschließen und etwas persönliches Verlosen: Die Printausgabe meines Buches. 

Ich verlose 10 Exemplare. Das Los entscheidet!

Alles was ihr dazu tun müsst, ist einen Kommentar zu hinterlassen, wieso ihr das Buch haben wollt. Bitte gebt eine richtige E-Mail Adresse an, damit ich euch kontaktieren kann.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gelost wird am 15.12. Die Gewinner werde ich auf meiner Facebookseite bekannt geben: Sam Feuerstein

2017?

2017 möchte ich wieder kürzer treten. Es klingt verrückt, dass ich genau DAS auch Ende 2015 gesagt habe. Ich wollte weniger arbeiten und stattdessen mehr sehen, ich wollte rumfahren, jeden Tag spontan entscheiden, was ich mache. Nur ein Buch und ein Notizbuch mitnehmen und kein MacBook. Ich wollte spontan irgendwohin fahren und mich mit Menschen zum Essen verabreden…

Aber vor allem die letzten Monate habe ich das Gefühl gehabt, dass ich zwar die ganze Zeit unterwegs bin und trotzdem nirgendwo ankomme

Wenn ich die Jahre 2016 und 2015 miteinander vergleiche, dann war ich 2015 viel glücklicher. Ich hatte viel öfter das Gefühl, dass ich an Orten auch wirklich ANKOMME. Dass ich nicht als Tourist dort bin, sondern ein Teil der Umwelt bin, in die ich mich einfüge. Für 2017 plane ich daher, wieder für einige Monate nach Italien und Spanien zu gehen und auch wieder mehr Zeit in Wien zu verbringen. Ich will nicht mehr 100 Stunden im Monat im Zug sitzen, sondern lieber nur einmal im Monat reisen und dafür irgendwo ankommen.

handgepaeck-venedigVor allem aber, möchte ich nicht mehr ständig 16 Kilo Gepäck mit mir rumschleppen, weil ich nie so genau weiß, wann ich das nächste Mal in meine Wohnung komme.

Wir dürfen gespannt sein, ob ich euch Ende 2017 nicht wieder was ganz anderes oder genau das Gleiche erzähle.

Peace & Love

Sam

 

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Sam
 

Ich bin Sam, 27, Reisender und zur Zeit „obdachlos auf ganz hohem Niveau“. Ich habe mal sehr viel Geld mit eBooks verdient, bis Amazon es mir verboten hat.

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Meckerfee - 6. Dezember 2016

Ich bin gespannt wie es im Ratgeber weiter geht, außerdem müsste ich auch mehr lesen und meinen Bücherstapel verkleinern.

LG Meckerfee

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