Mach's gut. Hamburg!

Ich habe...

Sam Feuerstein vor der Semperoper
Im Juni und Juli war ich in Dresden.
Venedig im Dogenpalast
Im August war ich in Venedig

Ich habe eine wunderschöne Wohnung in Hamburg.

Direkt in der Speichertstadt. Ich laufe nur etwa 5 Minuten zur U-Bahn und ich bin in etwa 5 Minuten am Hauptbahnhof. Das Beste? Die U-Bahn fährt alle fünf Minuten.

Und zu Fuß bin ich in 20 Minuten am Hauptbahnhof.

Mit dem ICE brauche ich nur 6 Stunden bis München. 1,5 Stunden bis Berlin. 4 Stunden bis Dresden. 4 Stunden bis Köln.

An manchen Tagen sitze ich 9 Stunden im Zug. Ich fahre morgens zum Hauptbahnhof. Fahre 4,5 Stunden zu meinem Ziel. Verbringe den Nachmittag mit Menschen, mit denen ich Termine habe, oder einfach nur gerne meine Zeit verbringe und fahre abends 4,5 Stunden zurück.

Im September 2016 bin ich 10.900 Kilometer Zug gefahren. Ich habe 65 Stunden gelesen. Im Oktober habe ich mir vorgenommen, 100 Stunden zu lesen. Ich war die letzten Monate nicht nur in deutschen Städten, sondern auch in Venedig und Prag und fahre Ende Oktober nach Kopenhagen.

Schon der erste Satz in diesem Blogbeitrag ist nicht mehr aktuell.

Ich hatte...

Hamburg Landungsbrücken
Hamburg hatte auch ein paar gute Seiten
Travemünde Ostsee
Vor allem weil man von Hamburg aus schnell überall hinkommt...
Strand
Zum Beispiel zum Strand

Ich hatte eine wunderschöne Wohnung in Hamburg.

Zugegeben. Ich mag Hamburg nicht. Ich habe mich nie wirklich damit angefreundet. Es ist einfach kalt und windig und es regnet oft. Nicht so oft, wie man meint. Aber es ist trotzdem nicht meine Stadt. Ich habe schöne Ecken in Hamburg kennengelernt, das will ich nicht abstreiten. Der Elbstrand ist super, die Speicherstadt wunderschön. Ich habe eine Jahreskarte für die Museen (und habe sie zu selten genutzt) ich war noch nicht einmal im Dungeon und habe ganz vieles nicht getan, was ich mir vorgenommen habe. Ich war nicht mal oft auf der Reeperbahn.

Aber es gab diese eine Sache. Da war die Wohnung in Hamburg unschlagbar. Nein, es waren nicht die 100 Quadratmeter. Die waren cool, aber mehr auch nicht. Es war nicht die Dachterrasse (wenn man über einem Restaurant wohnt, lernt man den Geruch von angebratenen Zwiebeln und Bratkartoffeln morgens um 9 zu hassen!). Es war auch nicht der Ausblick auf das Fleet. Nein. Das Beste an dieser Wohnung war die Lage.

Die Freiheit, die ich genossen habe. Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie wertvoll es für mich war, dass ich zu Fuß nach Hause gehen konnte. Ich war frei. Einfach richtig unabhängig und frei.

Ich merke es jedes Mal, wenn ich in kleineren Städten bin. Auf einmal ist man abhängig. Man ist abhängig davon mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Ich bin ein Großstadtkind. Für mich ist die U-Bahn eine natürliche Lebensumgebung. Nicht artgerechte Haltung entspricht für mich daher ein Bus, auf den man eine halbe Stunde warten muss, um irgendwo hinzukommen. Wenn man abends 1,5 Stunden nach dem Feiern irgendwohin unterwegs ist. Das ist eine wahre Zeitverbrennungsmaschine. Eine systematische Vernichtung von Lebensqualität. Abhängig von anderen Menschen. Abhängig von Fahrplänen oder der Parkplatzsuche. Ganz ehrlich Autofahren ist sicherlich sehr cool, aber es ist ebenfalls ein großer Einschnitt in meine Zeit.

Ich bin über 100 Stunden Zug gefahren im September und ganz ehrlich? Ich wäre diese Strecke nicht mit dem Auto gefahren. Wenn ich mir vorstelle, dass ich 10.000 Kilometer monatlich mit dem Autofahren würde. Nein. Das geht einfach nicht. Ich könnte dabei vielleicht Musik hören, Podcasts hören, ich könnte – mit Freisprechanlage – telefonieren. Doch ich hätte viel weniger Kontrolle über meine Zeit. Ich wäre einfach viel abhängiger. Abhängig von der Fahrweise anderer Menschen, abhängig von der Parkplatzsuche, gebunden daran auf den Verkehr zu achten, statt 10 Bücher im Monat zu lesen.

Ich werde sie vermissen. Die perfekte Lage. Die unbeschreibliche Freiheit in die Stadt zu Fuß gehen zu können. Nach dem Feiern nicht auf einen Bus warten zu müssen.

Sam
 

Ich bin Sam, 27, Reisender und zur Zeit "obdachlos auf ganz hohem Niveau". Ich habe mal sehr viel Geld mit eBooks verdient, bis Amazon es mir verboten hat.

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