Jeden Freitag neue Buchtipps

Es gibt nicht viel Regelmässigkeit in meinem Leben. Eigentlich gar keine. Aber eins ist sicher: Jeden Freitag schreibe ich eine Mail an meine Kontakte, in denen ich ihnen for free mindestens einen guten Buchtipp gebe zusammen mit der Info, wieso dieses Buch oder die Bücher für mich so wertvoll sind. Eintragen lohnt sich.


Schreib mir bitte

Visual Storytelling: Was ich 2016 über Instagram gelernt habe

Es wird Zeit für einen kleinen Jahresrückblick. 2016 bin ich etwa 200.000 Kilometer gereist und ich habe viel auf dem Weg gelesen. Ich könnte stundenlang darüber schreiben, welche Bücher ich gelesen habe. Aber ich möchte in diesem Blog nach und nach ein „Best of the Best“ dieses Jahres nennen. Bücher, die vor allem mein Denken langfristig verändert haben. Heute in Bezug auf Visual Storytelling und Storytelling allgemein.

 

Storytelling und Visual Storytelling

Ich wollte hier Bücher vorstellen und empfehlen, doch direkt zum Anfang muss ich mit diesem Vorsatz brechen. Aber lasst es mich erstmal erklären: Anfang 2016 hatte ich meinen ersten großen AHA-Effekt. Das wirklich Krasse daran ist aber, dass ich damals geglaubt habe, ich hätte einen Aha-Effekt gehabt. Ich hatte ihn aber nicht. Es war viel mehr die Vorstufe zu einem, den ich erst viel später in diesem Jahr hatte. Damals habe ich mich mit Storytelling befasst. Du erinnerst dich vielleicht, dass ich Ende 2015 für mehrere tausend Euro Bücher gekauft hatte. Alle von meiner Amazon Wunschliste. (Spoiler: Ich habe sie bis jetzt nicht alle gelesen!) Darunter waren auch Bücher über Storytelling und über Visual Storytelling. Zum Beispiel dieses hier: Storytelling von Petra Sammer* und Visual Storytelling von Petra Sammer* Die Bücher sind beide nicht überragend gut, aber sie erfüllen ihren Zweck. Ich bin sicher, dass viele andere Bücher genau das gleiche leisten wie diese hier. Daher möchte ich nicht sagen: „Kauf diese Bücher, sie sind gut“ sondern: kauf dir EIN Buch, das dir eine gute Grundlage über Storytelling vermittelt. Das Ding ist aber, dass ich erst viel, viel später in diesem Jahr wirklich begriffen habe, was Visual Storytelling ist.

Florenz Dom Ausblick

Als ich angefangen habe, mich damit zu befassen, fühlte ich mich (rückblickend betrachtet) ein bisschen wie in der Schule. Du lernst all das Zeug, du kannst damit eine Prüfung bestehen, aber hast du es auch wirklich begriffen? Ich habe Sachen aus den Büchern rausgeschrieben, ich kann dir sagen auswendig aufsagen, was eine gute Story braucht:

  • Einen Helden
  • Konflikte
  • Emotionen
  • und einen Grund, wieso sie erzählt wird

Doch genau der letzte Punkt in dieser Liste, bei dem haperte es. Sicherlich habe ich die ganzen coolen Beispiele in den Büchern gelesen. Spannende Werbekampagnen, wie die Kombi Last Wishes von Volkswagen. Ich konnte das analysieren, den Helden bestimmen, die Emotionen aufzählen. Aber so richtig „Klick“ gemacht, hatte es nicht. Gehapert hatte es an dem „Grund“. Für mich war der Grund immer: „Ich will meine Markenbotschaft vertreten“, doch um wirklich gutes Storytelling zu betreiben, muss man einen Grund haben, der viel tiefer geht. Es geht darum, wie ich meine Marke präsentiere, damit ein Bild (im Falle von Visual Storytelling) mehr aussagt als tausend Worte. Das habe ich damals nicht verstanden, ich dachte, ich kann einfach Techniken mixen und „ohne Herz“ anwenden, damit es funktioniert. Aber ohne eine Basis wird das nichts. Erst ein paar Monate später hatte es irgendwie klick gemacht und ich habe viel besser verstanden, worauf es beim Visual Storytelling wirklich ankommt.

Ausblick über die Toskana

Nicht die Bearbeitung, sondern das Motiv macht den Unterschied

Geholfen hat mir dabei meine Arbeit mit Photoshop und Lightroom und das Bearbeiten meiner Fotos für Instagram. Ich bin irgendwann darauf gekommen, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, dass die Farben besonders cool und aussergewöhnlich sind oder dass das Kameraequipment möglichst hochwertig ist. Viel wichtiger ist, wie das Motiv ausgewählt wurde.

Es ist der Blick auf das, was man sieht. Das kann ein Nagellack sein, den ich fotografiere oder ein Selfie oder der Ausblick vom Dom in Florenz, wie in diesem Blogpost. Eyecandy ist das Eine. Natürlich klicken Leute das an, sie finden es schön einfach tolle Bilder zu sehen. Aber auch hier ist der ausschlaggebende Punkt der Blick auf das Objekt. Das Warum.

Lightroom und Photoshop, aber auch die Instagramfilter selbst oder alternative Apps wie vscocam, machen es jedem möglich, ein Bild gut zu bearbeiten. Das bringt dir aber nichts, wenn das Bild scheiße ist. Mit scheiße meine ich nicht mal, dass es unscharf oder verwackelt ist. Wenn man nicht vollkommen betrunken ist (wie ich am Flughafen Las Palmas), dann kann jeder mit seinem Smartphone ein nicht verwackeltes, fokussiertes Bild schießen.

Funfact: Dieses Bild ist ein Handyschnappschuss jenseits der 1 Promille Grenze und dank ein paar Filtern sieht es trotzdem gut aus. Es ist nicht gut fotografiert. Aber trotzdem kann man etwas rausholen, wenn man die Kamera für einen kurzen Moment still hält. Es ist nicht dein verdammtes Handwerkszeug in der virtuellen Dunkelkammer, die ein gutes Foto macht: es ist das Auge des Fotografen.

Jeder Affe kann ein Photoshop Tutorial abarbeiten. Oder sich durch vordefinierte Lightroomspresents klicken, die er bei CreativeMarket gekauft hat, um sich für das zu entscheiden, was seiner Meinung nach, am Besten aussieht. Aber dieses Filter-Roulette macht kein gutes Bild aus.

Ein gutes Bild bedeutet, dass man die Bearbeitung danach auswählt, was das Bild aussagen soll!

Das heißt, ich überlege mir vorher, welche Stimmungen und Emotionen ein Foto wecken soll und dann bearbeite ich es.

Natürlich mache ich das auch nicht immer. Oft mache ich einfach Fotos und sie sehen cool aus und ich stelle fest, dass eine bestimmte Bearbeitung eine Emotion weckt, die perfekt dazu passt. Aber es ist viel effizienter, wenn man vorher einen Plan hat, als sich ziellos durch die Lightroom Paletten zu klicken, bis einem eine Eingebung kommt.

Bartkauz

RAW Dateien bearbeiten Grundlagen

Ich arbeite mit RAW Dateien, wenn ich Bilder mit meiner DSLR mache. Auf dem iPhone mache ich einfach JPGs, da leidet die Qualität etwas, wenn ich viel an den Farben spiele, aber für Instagram reicht es noch. RAW Dateien werden oft als der heilige Grahl gehandelt und man hat auch einfach mehr Möglichkeiten, die Bilder zu bearbeiten, ohne, dass die Qualität leidet. An dieser Stelle kann ich den Youtube Channel von Pavel Kaplun empfehlen. Er hat auch eine DVD über die Bearbeitung von RAW rausgebracht: Camera Raw total*. Wer gerne fotografiert und sich für professionellere Bearbeitung interessiert, hat hier auf jeden Fall ein tolles und umfangreiches Produkt, um sich weiterzubilden.

In vielen Fällen braucht man das aber nicht einmal unbedingt. Wer mit Lightroom arbeitet, kann sich an ein paar Basis Techniken orientieren:

  • Helle Bereiche abschwächen (Lichter runter)
  • Dunkle Bereiche aufhellen (Tiefen rauf)
  • Den Kontrast etwas knackiger machen (Klarheit erhöhen)
  • Mit den HSL Stufen spielen, bis ihr die Bildteile zum Vorschein bringt, die für euch wichtig sind
  • weniger ist mehr

Das ist die Bearbeitung aus Lightroom für dieses Bild aus Prag:

Am Anfang denkt man oft „viel hilft viel“ und klatscht einfach alles mögliche auf ein Bild drauf. Doch bei Instagram gibt euch niemand nen Daumen einfach nur für die krassesten Kontraste. Bildbearbeitung ist ein Werkzeug, mit dem ihr eure Botschaft unterstreichen wollt. Sie darf aber dem Motiv und eurem „Warum habe ich das fotografiert“ niemals die Bühne stehlen!

Ich bin kein guter Fotograf. Ich bin auch (noch?) kein herausragender Visual Storyteller. Aber ich glaube trotzdem, dass ich in diesem Jahr etwas verstanden habe, was mich für 2017 definitiv weiterbringen wird.

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P.S.: Ihr könnt mir natürlich auch bei Instagram folgen. Ich heiße dort: Sam Feuerstein

Sam
 

Ich bin Sam, 27, Reisender und zur Zeit „obdachlos auf ganz hohem Niveau“. Ich habe mal sehr viel Geld mit eBooks verdient, bis Amazon es mir verboten hat.

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