Jeden Freitag neue Buchtipps

Es gibt nicht viel Regelmässigkeit in meinem Leben. Eigentlich gar keine. Aber eins ist sicher: Jeden Freitag schreibe ich eine Mail an meine Kontakte, in denen ich ihnen for free mindestens einen guten Buchtipp gebe zusammen mit der Info, wieso dieses Buch oder die Bücher für mich so wertvoll sind. Eintragen lohnt sich.


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Finden Männer Frauen nur optisch attraktiv?

Im Blogpost gestern bin ich kurz grundlegend darauf eingegangen, wie Attraktivität funktioniert. In der Literatur über Anziehung und Verführung liest man immer wieder, dass Männer recht schnell anhand optischer Kriterien entscheiden können, ob sie eine Frau attraktiv finden oder nicht. Das erweckt den Eindruck, dass Männer sehr oberflächlich sind.

Angeblich kommt es Frauen auf Charaktereigenschaften wie Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen etc. an, wohingegen Männer – glaubt man den meisten Büchern zum Thema PickUp – eher auf symmetrische Gesichtszüge und die weibliche Figur achten würden. Doch “schön” ist nicht gleich “schön”. Denn das, was man äußerlich sieht, ist nur auf einen kleinen Prozentsatz auf genetische Veranlagung oder Glück zurückzuführen. Ich behaupte, dass 95% dessen, wie wir aussehen und was wir ausstrahlen in unserer eigenen Hand liegt. Kleiner Spoiler vorab: Als Mann hat man es hier wahrscheinlich leichter, weil dieser Punkt von vielen anderen Männern unterschätzt wird, doch der Reihe nach.

Wie viele schöne Frauen siehst du tagtäglich?

Wenn du an einem sonnigen Nachmittag durch die Stadt gehst, siehst du in einer stark frequentierten Fußgängerzone mehrere hundert Frauen. Wenn du drauf aus bist, Frauen auf der Straße kennenzulernen (und viele Typen, die sich aktiv mit Flirten beschäftigen, sprechen einfach in der Innenstadt Frauen an, die ihnen gefallen), kannst du an einem solchen Tag locker hundert Frauen ansprechen.

Hundert Frauen, die dir gefallen. Abhängig davon, wie hoch deine Ansprüche sind bzw. wie eng das Fenster des “Gefallens” ist, wird die Zahl höher oder tiefer sein. Selbst wenn du sie nicht ansprichst, sondern einfach nur durch die Stadt gehst und zählst, wie viele Frauen du schön findest, du wirst an einem langen Nachmittag in einer Stadt wie Berlin, Hamburg oder München sicherlich auf hundert kommen.

Viele dieser Frauen sind schön. Sie haben ein symmetrisches Gesicht, eine proportional passende Nase, reine Haut, eine gute Figur und gerade Zähne. Sie fügen sich in unser Schönheitsideal. 

Doch wie viele davon wirst du bei Germanys Next Topmodel auf der Bühne sehen? Wie viele davon bekommen einen Modelvertrag? Was glaubst du, wie viele von ihnen werden von Modelagenten angesprochen? Oder wie viele haben einen Instagramaccount mit vielen Followern, weil sie so super aussehen? Vielleicht eine. Wahrscheinlich nicht mal das. 

Denn es gehört mehr dazu, als einfach nur von Natur aus gut auszusehen. Manche Menschen kommen mit symmetrischen Gesichtszügen auf die Welt, andere mit weniger symmetrischen. Doch die wirkliche Attraktivität kommt daher, was wir daraus machen.

Schön aussehen ist mehr als nur mit guten Genen geboren zu werden

Es bedeutet die passende Kleidung auszuwählen, die zum Typ und zum Anlass passt. Das ist eine Form von sozialer Intelligenz. Es bedeutet diszipliniert zu sein, um regelmässig Sport zu machen und auf seine Ernährung zu achten. Und vieles mehr.

Zwischen “hübsch auf die Welt kommen” und attraktiv sein liegen Welten, die wir mit unserem Fleiß und unseren Fähigkeiten füllen.

Man unterstellt Männern gerne, dass sie die Schönheit der Frau als Indikator für Fortpflanzungseigenschaften sehen. Große Brüste als Symbol dafür, dass sie ihre Kinder ernähren könnte, reine Haut steht für Gesundheit, ein “gebärfreudiges Becken” (dieser Ausdruck alleine ist schon so antiquiert) für eben das, was es aussagt.

Doch ich denke, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, steckt noch viel mehr dahinter. Denn mit unserem Äußeren geben wir so viel über uns Preis. Unser Style ist Teil unserer Persönlichkeit, wir leben damit unsere Individualität aus. Einen Typen im Maßanzug würdest du automatisch anders einschätzen, als einen Punk mit zerrissener Jeans und buntem Iro. Nicht besser oder schlechter. Aber du würdest dich vielleicht mehr mit dem einen als mit dem anderen verbunden fühlen oder ihn als sympathisch wahrnehmen.

Das sind Informationen, die – meiner Einschätzung nach – viel stärker wiegen, als ein gebärfreudiges Becken. Natürlich finden manche Männer große Brüste attraktiv und andere stehen eher auf kleine. Aber wenn man zwei Frauen mit der bevorzugten Körbchengröße zur Auswahl hat, dann nimmt man entweder beide oder entscheidet auf Basis anderer Faktoren. Und oft überwiegen diese Faktoren schon vorher.

Die Macht der Ähnlichkeit

Wie mächtig die äußere Einschätzung ist, zeigt ein interessantes Experiment aus den 70ern baten Versuchsleiter auf dem Campus einer Universität Studenten um ein 10 Cent Stück zum Telefonieren. Die Versuchsleiter waren entweder eher konservativ gekleidet oder eher im Hippie-Style unterwegs. Das Erstaunliche: Waren die Fragenden im gleichen Stil gekleidet wie die Personen, die sie um Geld baten, so hatten sie in 2/3 der Fälle Erfolg! Waren sie unterschiedlich gekleidet, bekamen weniger als die Hälfte die 10ct Münze. 

Außerdem fanden Suedfeld, Bochner & Matas im Jahr 1971 heraus, dass Teilnehmer an einer Antikriegsdemo die Petition eher unterschrieben, wenn sie von einer Person angesprochen wurden, die ähnlich gekleidet waren, wie sie selbst. Und das sogar, wenn sie die Petition gar nicht gelesen hatten! 

Spätestens nach diesen beiden Experimenten, kann niemand mehr abstreiten, dass er von der optischen Erscheinung seiner Mitmenschen keine Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit zieht.

Auch wenn wir in der Literatur oder in Internetforen immer wieder lesen, dass Männer die Attraktivität einer Frau primär optisch einschätzen bedeutet das nicht, dass sie deswegen komplett oberflächlich sind. Sie ziehen nur (wie alle Menschen) unbewusst Rückschlüsse vom Äußeren auf bestimmte Persönlichkeitseigenschaften. Mit Sicherheit irren sie dabei auch oft. Allerdings haben sich die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens auf Basis ihrer Erfahrungen bestimmte Alltagsheuristiken angeeignet, um Situationen schneller einschätzen zu können. Und eine dieser Heuristiken ist: Jemand, der sich zeitgemäß und situativ passend kleidet (sei es auf einem Heavy Metal Konzert, in einem Nachtclub, beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr oder im Büro) besitzt ein Mindestmaß an sozialer Intelligenz und das ist attraktiv. Das bedeutet aber nicht, dass es deswegen ein “richtiges” und ein “falsches” optisches Erscheinen gäbe. Es heißt nur, dass es was über dich aussagt, was du trägst und wie du dich gibst.

Sam
 

Ich bin Sam. Bei mir dreht sich alles darum, wie ich Schwachstellen und Lücken finden kann, um mein Leben extravaganter zu gestalten. Ich lebe die meiste Zeit in Hotels oder auf einer Mittelmeerinsel. Ich mag Anzüge, Bücher und gutes Essen. Außerdem habe ich mal viel Geld mit eBooks verdient, bis Amazon es mir verboten hat!