Jeden Freitag neue Buchtipps

Es gibt nicht viel Regelmässigkeit in meinem Leben. Eigentlich gar keine. Aber eins ist sicher: Jeden Freitag schreibe ich eine Mail an meine Kontakte, in denen ich ihnen for free mindestens einen guten Buchtipp gebe zusammen mit der Info, wieso dieses Buch oder die Bücher für mich so wertvoll sind. Eintragen lohnt sich.


Schreib mir bitte

X-Mas Disclaimer – Ihr werdet mir danken!

Hey!

In der letzten Mail hatten wir über Referenzrahmen gesprochen. Falls du dich nicht mehr erinnerst (oder dich erst danach eingetragen hast) kannst du hier noch mal nachlesen: https://www.samfeuerstein.com/referenzrahmen/

Ich hatte dir ja erklärt, dass 7 Euro Rabatt auf einen Stift mit einem UVP von 25 Euro uns mehr erscheinen als 7 Euro Rabatt auf einen Anzug für 500 Euro. Das liegt daran, dass der Originalpreis für uns als Referenzrahmen dient. Wir haben also eine bestimmte Zahl, ein Ziel oder eine Basis im Kopf. Diese Information benutzen wir, um alle Informationen, die danach kommen als besser oder schlechter als die Ausgangsbasis zu beurteilen.

So ähnlich ist es auch in dem Beispiel mit dem Verkäufer gewesen, der dir erst einen Anzug und anschließend ein Hemd verkauft. Kaufst du einen Anzug für 500 Euro, so hast du dich schon damit abgefunden viel Geld auszugeben. Das Hemd für 100 wirkt daneben nur wie eine kleine Ausgabe.

In dem Buch “Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können” von ​von Roy Baumeister und John Tierney habe ich ein anderes sehr spannendes Experiment von C.P. Herman und D. Mack aus dem Jahre 1975 gefunden.

Es wurde beobachtet wie viel Menschen essen. Allerdings kann man Leuten schlecht sagen, dass es darum geht zu prüfen wie viel sie essen, denn das beeinflusst sie und sie werden eher darauf achten nicht verfressen zu wirken.

Man bat die Versuchspersonen hungrig ins Labor. Nun wurden sie in drei Gruppen eingeteilt. Die erste bekam nichts zu essen, die zweite einen kleinen Milchshake und die dritte zwei große Milchshakes, die absolut satt machten. Anschließend stellte man ihnen eine Schüssel Kekse hin und bat sie den Geschmack der Kekse zu beurteilen. Natürlich interessierte sich niemand dafür, wie ihnen die Kekse schmeckten. Die Wissenschaftler wollten nur wissen, wie viele Kekse die Leute nun essen würden. Da man sie nach ihrem geschmacklichen Urteil fragte, musste niemand ein schlechtes Gewissen haben, wenn er die ganze Schüssel aufaß, denn er konnte sich ja einreden, dass er einfach besonders gründlich getestet hatte.

Die meisten Leute verhielten sich, wie vorgesehen. Die hungrigen aßen mehr Kekse, die jenigen, die schon einen Milchshake hatten ein paar und die mit zwei Milchshakes, probierten nur so viel wie nötig.

Doch ein Teil der Personen verhielt sich genau umgekehrt und zwar diejenigen, die gerade auf Diät waren. Wer auf Diät war und hungrig ins Labor kam, aß kaum Kekse. Wer aber auf Diät war und bereits zwei große Milchshakes hatte, eskalierte bei den Keksen vollständig.

Der Grund war ihr Referenzrahmen! Wer auf Diät ist, hat ein Kalorienziel im Kopf, das er nicht überschreiten möchte. Wenn die Leute hungrig ins Labor kommen, dann haben sie gute Chancen dieses Ziel heute zu erreichen, sie wissen aber, dass sie es nicht schaffen, wenn sie jetzt die ganze Keksschüssel essen. Wer aber schon zwei Milchshakes hatte, der hat sein Ziel heute sowieso verfehlt. Er denkt sich: “Jetzt kommt es auch nicht mehr drauf an, jetzt kann ich es mir erlauben richtig zu eskalieren” und schwupps verputzen sie die ganze Schüssel.

Kommt dir das bekannt vor? Mir geht es meistens so, wenn ich Alkohol trinke. Ich sitze in der Lounge am Flughafen neben meinem Gate, habe noch ewig Zeit und mache mir ein Bier auf. Dann denke ich: “Ach weißte was, jetzt wirst du eh nicht mehr arbeiten, dann kannst du dir auch noch nen Longdrink mixen”

Dieses “Jetzt ist es auch egal…”-Gefühl ist aber echt tückisch denn langfristig macht es natürlich nen Unterschied, ob ich bei meiner Diät nur mit zwei Milchshakes verstoße oder ob ich noch ne ganze Schüssel Kekse hinterher schiebe. Und meiner Leber wäre es auch lieber, wenn es nur bei einem Bier geblieben wäre. Aber was solls, die Leber ist schließlich ein Muskel und wächst an ihren Herausforderungen:D

Du kannst dir sicher denken, wieso eine Diät kurz vor Weihnachten eine schlechte Idee ist. Wenn du gerade auf Diät bist, dann lass es vielleicht lieber sein und hör stattdessen auf dein Hungergefühl. Hüte dich vor dem “Jetzt ist es auch egal”-Gedanken

Wenn ich meine Leber schon nicht retten kann, habe ich mit dieser Mail hoffentlich deinen Cholesterinspiegel gerettet.

Ich wünsche dir ein frohes und cooles Weihnachtsfest und falls du zufällig einen Amazon Gutschein bekommen solltest: Die Macht der Disziplin => http://amzn.to/2yI1hB9 ist die Buchempfehlung für heute! Ich hab das Buch vor etwa einem Jahr gelesen und es hat mir echt gut gefallen und mir viel Aufschluss darüber gegeben, wieso manche guten Vorsätze nicht so klappen.

Liebe Grüße und Merry Xmas

Sam

Sam
 

Ich bin Sam. Bei mir dreht sich alles darum, wie ich Schwachstellen und Lücken finden kann, um mein Leben extravaganter zu gestalten. Ich lebe die meiste Zeit in Hotels oder auf einer Mittelmeerinsel. Ich mag Anzüge, Bücher und gutes Essen. Außerdem habe ich mal viel Geld mit eBooks verdient, bis Amazon es mir verboten hat!