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September 12, 2021

Spotify app

Seit knapp 2 Jahren mache ich nun Content auf Spotify. Heute möchte ich die Frage beantworten, wie viel man mit Spotify verdient bzw. wie viel ein Künstler (egal ob Musiker oder Hörbuchrechteinhaber) mit einem Stream auf Spotify verdient.

Wie funktioniert das Abrechnungssystem auf Spotify?

Wenn du Spotifynutzer bist, zahlst du jeden Monat ca. 10 Euro in einen Pool ein. Am Ende wird alles Geld, das in diesem Pool ist (mehrere Millionen Euro) genommen und durch die Anzahl der gehörten Streams geteilt. Vorher nimmt sich Spotify natürlich auch noch einen Anteil. Das ist okay, denn selbstverständlich muss auch Spotify Mitarbeiter*innen bezahlen und hat Kosten für Server etc.

Ein Stream muss mindestens 30 Sekunden gestreamt werden, damit er bezahlt wird.

Aktuell bekommt man bei Spotify als Künstler für ca. 1000 Streams etwa 2,80 Euro. Dieser Wert war auch schon mal bei 2,30 Euro und bei 2,90 Euro. Er schwankt natürlich jeden Monat ein bisschen, weil es Zeiten gibt, wo die Menschen mehr hören und Zeiten, in denen sie weniger hören.

Ich gehe davon aus, dass dieser Wert in den nächsten Monaten ansteigt. Das liegt daran, dass Spotify aktuell sehr viele Tracks löscht, wenn es sich dabei um Hörbücher und Hörspiele handelt, die kürzer sind als 3 Minuten pro Track. Warum das so ist, habe ich in diesem Artikel geschrieben: Wieso Bibi Blocksberg und die Drei ??? von Spotify verschwinden könnten

Beutet Spotify Künstler aus?

Aktuell verdiene ich mit etwa 1 Millionen gestreamten Tracks im Monat auf Spotify fast 3.000 Euro inkl. Mehrwertsteuer.

Das ist wenig, wenn man es mit Apple Music, Deezer oder Amazon Music vergleicht, wo man pro Stream mehr rauskriegt. Das liegt aber vor allem daran, dass viele Nutzer*innen, die ein Apple Music, Deezer oder Napster Abo haben, noch ein anderes Abo haben, wo sie mehr Musik streamen. Mit anderen Worten: Viele Menschen haben neben ihrem Spotify Abo noch ein anderes Abo, hören aber mehr Musik bei Spotify, als bei anderen Apps.

Das hat auch damit zu tun, dass es manchmal Abos z.B. von Deezer zu Handyverträgen kostenlos dazu gibt. Diese Handyverträge zahlen dann einen Betrag pro Nutzer in den Deezer Pool (oder in den Pool anderer Anbieter ein), obwohl der*die Handyvertraginhaber*in das Abo gar nicht nutzt, weil er*sie auch ein Spotify Abo hat und hauptsächlich über Spotify hört.

Gleichzeitig hat Spotify ein sehr günstiges Familienabo, das in der Vergangenheit auch häufig missbraucht wurde. Das zieht den Pool natürlich zusätzlich runter.

Trotzdem ist Spotify meiner Meinung nach immer noch eine sehr gute Einnahmequelle für Künstler.

Künstler verdienen bei Spotify ab dem 1 Stream mit ihrer Musik. Bevor es Streamingdienste gab, mussten Künstler massiv in Vorkasse treten. Sie mussten CDs produzieren, sie in Geschäfte oder Onlineshops bringen usw. das meiste Geld ist bei den Plattenlabels gelandet (was bei Streamingdiensten natürlich nicht per se anders ist).

Vor allem aber verdienen Künstler an deinen Streams auch noch Jahre später.

Aktuell kriegt der Künstler ca. 0,28 Cent pro Stream. Wenn du also deinen Lieblingssong 500 Mal gehört hast, verdient der Künstler an dir 1,40 Euro.

Wenn du den Song für 99 Cent gekauft hättest, hätte der Künstler nur ca. 50 Cent daran verdient.

Du musst einen Song sogar „nur“ ca. 180x hören, damit der Künstler dasselbe daran verdient, als hättest du den Song für 99 Cent gekauft. Und ganz ehrlich: Wie häufig hörst du einen Song, der dir richtig gut gefällt in den nächsten 10 Jahren?

Selbst wenn du den Song auf 10 Jahre gesehen nur durchschnittlich 1 x pro Woche hörst, hast du dem Künstler damit etwa 3x mehr eingebracht, als hättest du ihn einmalig gekauft.

Gleichzeitig profitieren unbekanntere Künstler davon, dass du sie risikofrei hören kannst. Wenn du die Musik sofort kaufen müsstest, wärst du wahrscheinlich viel zurückhaltender bei unbekannten Künstlern.

Wieso bezahlt Spotify die Podcaster*innen nicht?

Als Spotify die Podcaster*innen auf die App geholt hat, hat das langfristig dazu beigetragen, dass andere Künstler*innen mehr Geld verdienen. Podcaster*innen aber nicht. Wieso? Das habe ich in diesem Artikel erklärt:

Über den Autor

Sam Feuerstein

Ich liebe es nach Abkürzungen zu suchen. Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich mit Algorithmen von Google, Facebook, Amazon und anderen großen Konzernen, um das beste für mich herauszuholen.

Am besten erreichst du mich über Instagram: Instagram.com/SamFeuerstein

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